Dolny Œl¹sk - dziedzictwo przesz³oœci utrwalone w zabytkach
Niederschlesien - die Erbschaft der Vergangenheit in Denkmälern verewigt
Lower Silesia - inheritance of the past in remains
Tarnówek - powiat polkowicki
vor 1945 Dornbusch früher Tarnau - Kreis Glogau
Pa³ac w Tarnówku.
Wnêtrze pa³acu.
Zabudowa mieszkalno - gospodarcza dawnego maj¹tku.
Willa w pobli¿u dawnego maj¹tku.
Zdewastowany ewangelicki cmentarz w Tarnówku.
Budynek obecnego przedszkola w Tarnówku oraz budynek z dat¹ 1891.
Znacznie przebudowany budynek przedwojennej szko³y. W latach powojennych tak¿e szko³a. Obecnie wielorodzinny budynek mieszkalny.
Dok³adne miejsce po pomniku ¿o³nierzy poleg³ych na frontach I wojny œwiatowej - mieszkañców Tarnówka.
Wjazd do miejscowoœci oraz jej zabudowa.
Archiwalne widokówki i zdjêcia
Historische Ansichtskarten und Fotos
Tarnau - eine Familiengeschichte
Als jüngstes Enkelkind von Eugen und Marie Schwarz, geborene Wilhelm, bei der
Flucht im Januar 1945 etwas mehr als 7 Jahre alt, kann ich nur aus Erzählungen,
Briefen und Erinnerungen über unser jährliches, geliebtes Feriendomizil Tarnau
berichten. 1938 gab meine Großmutter, seit 1908 Witwe, die Pacht der Domäne ab
und zog in ihre Villa um.
Das Rittergut Tarnau wurde Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts von der
Hofkammer (der Verwaltung der kaiserlichen Güter), Berlin erworben. Somit
gehörte es als Kronfideikommiss (unveräußerliches und unteilbares Vermögen einer
Familie) Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. und wurde u.a. an die
Besitzerin des angrenzenden Rittergutes Kummernick, Witwe Clara Neumann,
verpachtet. Der Pachtzins konnte jedoch auf längere Sicht nicht voll von ihr
erbracht werden.
So ging 1893 die Pacht des mit Acker-, Wald-, Wiesen-, Hof- und Wasserflächen
insgesamt ca. 500 ha großen Gutes auf meinen Großvater, Ökonom Eugen Schwarz,
geboren am 25. August 1862 in Bunzlau, über. Mit seiner Ehefrau, Marie, geborene
Wilhelm, geboren am 22. September 1867 in Braunau Kreis Lüben, zog er in das zum
Gut gehörende Schloß ein. Meine Großeltern lernten sich in Kummernick kennen und
scheuten den schweren Anfang in Tarnau nicht. Sie gingen dabei mühsam zu Werke.
Die damals ärmlichen, verfallenen Hütten, die feuchten Ställe und den von
Unkraut verschütteten Ackerboden setzen sie Schritt für Schritt wieder instand.
Eines Tages hatten sie gemeinsam durch großen Fleiß, Sparsamkeit und gutes
Wirtschaften die Domäne in ein kleines Paradies verwandelt.
1894 umfasste das zu bewirtschaftende Rittergut ca. 380 ha mit einem
Grundsteuer-Reinertrag von M 6.580. Im Jahre 1898 ist ein Inspektor, namens
Ernst Richter, und ein Brennverwalter für die Dampfbrennerei erwähnt. Inzwischen
kam auch Mastviehwirtschaft dazu.
1902 gehörte bereits eine Wassermühle zu dem auf 390 ha angewachsene Gut. Der
Grundsteuer- Reinertrag betrug M 6.706. Eugen Schwarz war der Titel 'Königlicher
Oberamtmann' verliehen worden (Oberamtmann war der Chef eines Oberamtes in
Preußen - Titel eines verdienten Domänenpächters).
Alle Frauen und Männer auf der Domäne waren fleißig und hatten täglich schwere
Arbeit zu verrichten. Sie bekamen regelmäßig neben ihrem Lohn ein Deputat an
Roggen oder Weizen und Kartoffeln, so dass ein großer Teil der Grundnahrung
gesichert war. Dazu wurde, schon sehr fortschrittlich, ein kostenloser
Kindergarten eingerichtet; der eine erhebliche Entlastung und Beruhigung für die
Mütter war, wussten sie doch ihre Kinder in guter Obhut. Die sogenannten 'Hofeleute'
wohnten auf dem Gutsgelände in massiven Häusern. Die Wohnungen waren teilweise
für kinderreiche Familien sehr klein. Zu jeder Wohnung gehörte ein Stall, in dem
Schweine und Stallhasen gemästet werden konnten.
Die Arbeitszeit wurde durch ein Glockengeläut am weißen Haus auf dem Hofgelände
geregelt. Dies oblag Frau Auguste Schupke, der Schupken-Mutter, die nach der
Flucht in Weißdorf Kreis Münchberg im November 1976 ihren 100sten Geburtstag
feiern konnte und ein Jahr später starb.
Am 28. Juli 1894 kam bei Eugen und Marie Schwarz die erste Tochter, Charlotte,
zur Welt. Am 22. Oktober 1897 wird die zweite Tochter, Auguste-Viktoria, geboren.
Beide verleben eine behütete Kindheit im liebevollen Elternhaus und in dem
kleinen, beschaulichen Ort Tarnau. Für reichliche Abwechslung sorgten im Schloß
Tarnau viele Besuche und Logisgäste der großen Verwandtschaft und befreundeten
Familien aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Familien von Großmutters
Cousins, z.B. Konrad Rother vom Rittergut Kummernick und dessen Bruder, Alfred
Rother vom Ernsthof, von Großvaters Seite Fritz Anders, Pächter vom Gut Polach,
auf dem mein Vater, Hans Buckenauer aus Glogau, während des Studiums seiner
landwirtschaftlichen Ausbildung 1919 ein viertel Jahr als Landwirtschaftseleve
tätig war. Die jährlichen Einladungen zu Jagdgesellschaften und später
Ballbesuche in Polkwitz und Glogau trugen zum unterhaltsamen Leben der jungen
Mädchen bei. Für die sportliche Betätigung war ein Tennisplatz vorhanden und mit
Freundinnen wurde in den großen Ferien eine Riesengebirgstour geplant. Nach 1914
kam durch die Heirat von Charlotte Schwarz mit Hermann Kleine, Sohn des Hermann
Kleine und seiner Frau Laura Meier zu Asemissen, vom Rittergut Musternik, die
Verbindung mit der Verwandtschaft im entfernten Westfalen hinzu. Dort fanden wir
nach der Flucht Ende 1945 unsere Bleibe.
Große Trauer erfüllte die Familie, als der Ehemann und Vater, Eugen Schwarz,
plötzlich am 1. August 1908 starb. Er wird auf dem Tarnauer Friedhof in einer
Gruft mit dunklem Marmorgrabstein beigesetzt.
Gewiß nach sorgfältigen, intensiven Überlegungen und Abwägung in mancherlei
Richtung übernimmt seine Ehefrau Marie zunächst allein entschlossen und tapfer
die Führung und Verantwortung für den großen Betrieb und seine zahlreichen
Mitarbeiter. In dieser Zeit keine leichte Aufgabe, als Frau mit zwei
heranwachsenden Töchtern im Alter von 11 und 14 Jahren auf diesem Posten zu
bestehen. Wie von mancher Seite immer wieder gesagt wurde, erwarb sie sich
Respekt durch ein strenges, aber gerechtes Regiment. Ihr zur Seite stand 1909
der Inspektor, Martin Kullmann. Sicher wird sie sich den einen oder anderen Rat
auch bei ihren Verwandten auf den umliegenden Gütern geholt haben. Aber, wie die
folgenden Jahre zeigen, bewältigte sie ihre schwere Aufgabe meisterhaft und kann
mit der Zeit den Gewinn steigern, wie aus dem von Tochter Charlotte ab Juli 1909
geführten Einnahmen- und Ausgaben-Buch hervorgeht..
Marie Schwarz trug daher mit Recht als Witwe ebenfalls wie ihr Ehemann zuvor den
Titel des Königl. Oberamtmann. Allmählich erweisen sich die Töchter für ihre
Mutter zeitweise als wichtige Mitarbeiterinnen in der Guts-Verwaltung.
1910 ist der Wirtschaftsvogt Oswald Knoblich eingestellt. Es werden im
Gutsbezirk 144 Einwohner und im Gemeindebezirk 196 Einwohner amtlich
festgehalten, die bis 1913 auf 183 im Gutsbezirk und 200 im Gemeindebezirk
anwachsen.
Eine Jubiläumsliste in der Dorfchronik zeigt, dass viele Mitarbeiter Jahrzehnte
auf dem Gut beschäftigt waren.
Als Charlotte sich am Sylvesterabend 1912 mit dem Erben des Rittergutes
Musternik, Hermann Kleine, verlobt und die Hochzeit auf den 1. Juli 1914
festgesetzt ist, wird intensiv überlegt, wo das Paar demnächst wohnen und
arbeiten soll.
Der Witwer, Vater Hermann Kleine, will Musternick noch nicht abgeben. Die Witwe,
Marie Schwarz, kann Tarnau noch nicht verlassen, weil die Hofkammer verlangte,
dass die Pächterin bleibt, bis die jüngere Tochter, Vicki, majorenn, d.h. damals
mit 21 Jahren volljährig ist und das Gut in der Familie bleiben soll.
So verhandelt Hermann kurz vor Weihnachten 1913 mit der Hofkammer in Berlin, um
eine Mitpacht nach der Heirat zu erwirken. Er hatte auch schon einen Plan
vorbereitet, wie er das Schloß in Tarnau umbauen wollte, um dort, getrennt von
Mutter Schwarz, mit Charlotte zu wohnen und die Wirtschaftsleitung zu übernehmen.
Es sollte jedoch ganz anders kommen. Das Eheglück dauerte nur einen Monat, denn
Hermann mußte gleich zu Anfang mit in den Feldzug 1914 gegen Frankreich. Die
Tragödie setzt sich mit dem Tod des ersten Jungen während der Geburt im Mai 1915
fort. Amtlich wird Hermann Kleine 1917 in Abwesenheit als Mitpächter von Gut
Tarnau geführt, Inspektor derzeit J. Langenhorst. In Tarnau wird das
Wirtschaften immer schwieriger. Immer mehr Pferde müssen abgegeben, dafür
örtliche Pferde zu Hilfe genommen werden. Auch Weizen, Roggen, Hafer und sogar
Kartoffeln werden mit Beschlag belegt. Das junge Ehepaar sieht sich erst nach 4
langen Jahren wieder. Charlotte darf ihren, in französischer Gefangenschaft
befindlichen Hermann Ende Juli 1918 vier Wochen in der Schweiz besuchen. Er
stirbt dort am 14.12.1918 an der 'Spanischen Grippe', die damals grassierte und
viele Menschen in den Tod riß. Nach intensiven Bemühungen durfte Charlotte
Kleine ihren toten Mann aus der Schweiz überführen. Am 18. Januar 1919 wird er
unter großer Anteilnahme auf dem Tarnauer Friedhof in der Familiengruft beerdigt.
Trotz des großen Leids kann sie sich über ihren, im Mai 1919 geborenen Sohn,
wieder namens Hermann, freuen.
Die zweite Tochter, Auguste-Viktoria, heiratet am 27. Dezember 1920 den Leutnant
und Landwirtschaftslehrer Hans Buckenauer aus Glogau und zieht mit ihm einige
Zeit danach zunächst nach Breslau. Die Hausgeburten und Taufen der Kinder
Hans-Joachim 1926, Annemarie 1929, Renate 1936 und Sigrid 1937 finden alle im
Schloß in Tarnau, bzw. im 1935 umbenannten Dornbusch I, statt.
Durch viele beruflich bedingte Umzüge unserer Familie haben wir bei Mutter und
Großmutter Schwarz in den Ferien stets einen ruhenden Pol gefunden.
Nach der Abdankung des Kaisers 1918 heißt es 1921 amtlich: Besitzer: vormals Kgl.
Hausfideikommiß. Pächterin ist nach wie vor: Frau Oberamtm. Marie Schwarz, geb.
Wilhelm und jetzt auch Frau Ch. Kleine. Inspektor: Richard Leder. Ab 1926 werden
neben der Dampfbrennerei und der Wassermühle Schwarzbraune Ostfriesen (Rinder)
und Getreide- und Hackfruchtbau erwähnt.
1936 sind die amtlichen Eintragungen des Gutes Tarnau bereits unter dem Namen
Dornbusch geführt.
Aus den wenigen Kinderjahren, die ich dort bei der Großmutter verbringen konnte,
sind mir einige Erinnerungen in meinem Gedächtnis geblieben.
Vor allem die glücklichen Tage, weit weg von der Gefährlichkeit der Großstadt in
Ungezwungenheit, verwöhnt von Großmutter und Tante, in dem kleinen, idyllischen
Ort. Schon die Kutschfahrt vom Bahnhof nach Tarnau war ein besonderes Erlebnis.
In Kinderwagen mit riesigen Rädern durften wir auf der Dorfstraße unsere Puppen
spazieren fahren, liefen zum Bäcker Paul Sack hinüber, um ihm, auf den
Kellerstufen seiner herrlich duftenden Backstube sitzend, beim Backen
zuzuschauen.
Auch an den Duft der Fleischerei Röhrich und der Kolonialwarenhandlung von Ida
Niestroi, deren beide Eingänge schräg zueinander auf dem gleichen Treppenabsatz
lagen, kann ich mich noch gut entsinnen oder an das Erlebnis einer aus den
oberen Fenstern der Villa beobachtete Treibjagd nach Polkwitz zu. Ein Paradies!
Zwei Gasthöfe existierten damals im Dorf. Zum einen Hermann Neumann Gut Tarnau
Gastwirt Dominialschänke und Emil Hoch Gastwirt "Zum Frieden" sowie Inhaber der
Posthilfsstelle.
1938 wird die Pacht vom Gut Tarnau an Franz Ruß und seine Frau Marie
weitergegeben. Franz Ruß stirbt am 23. Januar 1941. Seine Frau bleibt über das
Kriegsende hinaus in Dornbusch und wird 1945 erschossen.
Wie aus der Dorfchronik Dornbusch Kr. Glogau aus dem Jahre 1942 am 1. Januar
hervorgeht, hatte die zum Gut gehörende Dampfbrennerei ein Brennrecht für 71904
Liter, mit einem Pächteranteil von 1746 Ltr.
Am 27. Januar 1945 morgens früh um 5 Uhr wurden wir durch Klingeln aus dem
Schlaf gerissen. Die Front mit Geschützdonner war in Tarnau schon tagelang
deutlich hörbar und rückte unaufhaltsam näher, Flüchtlinge aus dem Warthegau
zogen durch den Ort gen Westen, und Großmutter selbst hatte schon zwei
evakuierte Frauen mit ihren zwei Söhnen bzw. einem Sohn in der Villa
einquartiert. Wir mußten das Notwendigste zusammenpacken, denn pünktlich um
12.30 Uhr desselben Tages setzte sich der Tarnauer Flüchtlings-Treck Richtung
Polkwitz in Bewegung. Er bestand aus 8 Pferde-Kastenwagen. Meine 77jährige
Großmutter, meine Tante, meine Mutter mit uns drei Schwestern sowie die
einquartierten zwei Frauen und drei Kinder hatten einen Wagen zur Verfügung. Die
anderen 7 Wagen wurden an Arbeiter- und Angestellten-Familien des Dominiums
verteilt. Bei Eis und hohem Schnee und lausiger Kälte kamen wir abends in
Kotzenau an, wo wir die erste Nacht in der Küche des Schlosses verbrachten. Die
Flucht, die meine Schwester Annemarie nachträglich dokumentierte, dauerte bis
Mitte März 1945, zunächst nach Bayern; Ende 1945 zogen wir nach Steinhagen in
Westfalen.
Was danach zunächst mit Tarnau geschah, entzieht sich meiner Kenntnis.
1973, als wir das erste Mal nach dem Krieg dort waren, trafen wir die Familie
Gabor als Wirtschafter an, die in der Villa wohnten. Wir hatten sofort guten
Kontakt miteinander, den mein älterer Bruder bis zu seinem Tode im Jahre 2003
freundschaftlich aufrecht erhielt. Zu der Zeit waren Jugendliche im Schloß
untergebracht, in welcher Art oder Funktion weiß ich leider nicht mehr. Herr
Gabor starb während seiner Tätigkeit in Tarnau. Seine Frau zog mit den beiden
Kindern zu ihren Eltern nach Dzielawy.
Die Bewohner der Villa nach Familie Gabor und des Schlosses sind mir unbekannt.
Während unseres Aufenthalts im Jahr 2001 lebte eine Familie mit mehreren Kindern
in der Villa, die uns unbekannt blieb. 2012 schließlich trafen wir auf die
Vermieterin einzelner Übernachtungsmöglichkeiten in der Villa. Dank Herrn
Mietlicki aus Glogau konnten wir erstmalig die Räume des leider stark
vernachlässigten Schlosses besuchen. Es wurde gesagt, der Bürgermeister wollte
den alten Friedhof wieder herrichten lassen.
Unser Traum ging 1945 zu Ende, die Sehnsucht blieb.
Sigrid Lörges, geborene Buckenauer
1. Juli 2013
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